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OG-Aargau Hündelerweekend vom 30. April – 4. Mai 2008
Im Gasthaus
Waldheim, Holzschlag (D)
Bereits voller Ungeduld erwarteten die Teilnehmer der OG-Aargau das lang ersehnte Hündelerweekend. Heiri Amhof inspizierte und reservierte frühzeitig inmitten des schönen und naturnahen Schwarzwaldes, das Gasthaus Waldheim in Holzschlag. Am frühen Nachmittag fanden sich die ersten Hündeler mit ihren Vierbeinern ein, um in aller Ruhe ihre Zimmer zu beziehen. Einige Teilnehmer, unter anderem auch meine Wenigkeit, mussten aus Platzmangel in einem nahe gelegenen Gasthaus untergebracht werden. Zur vereinbarten Zeit trafen sich alle pünktlich zum Nachtessen und der OG-Präsident Heiri Amhof begrüsste alle Teilnehmer, insbesondere bedankte er sich bei den Übungsleitern, Esther Keller und Ueli Sulzer für die erneute Durchführung des Kurses. Im Anschluss an das Nachtessen teilten uns die beiden Übungsleiter in zwei Gruppen, Junghunde und Fortgeschrittene, ein, und erklärten den Übungsablauf der nächsten vier Tage. Ausgeschlafen, ausgerüstet und topmotiviert standen alle Teilnehmer frühzeitig in ihren eingeteilten Gruppen zur Arbeit bereit. Je nach Ausbildungsstand des Hundes wurde der Schwerpunkt aufs Revieren, Fährten, Führigkeit oder Unterordnung gelegt. Die erste Gruppe startete jeweils mit Fährten und fuhr in das dafür vorgesehene Fährtengelände. Die zweite Gruppe, zu der auch ich gehörte, hatte sich das Gegenstandsrevier als oberste Priorität gesetzt. Das Handling des korrekten Revieraufbaus setzte bei einigen Adrenalinausstösse frei und bei einem Teilnehmer erhielt der Riesenschnauzer sogar Flugstunden. Esther, die mit der Präzision eines Schweizeruhrwerkes sehr exakt arbeitete, entging natürlich nichts. Sie instruierte und erklärte uns, wie man Schritt für Schritt das Revier perfekt aufbaut. Jeweils am Schluss jeder gezeigten Arbeit erfolgte die Schlussbesprechung und so konnten wir unsere Beobachtungen austauschen, das fand ich als besonders lehrreich. Am Nachmittag war immer abwechslungsweise Unterordnung, Führigkeit und Schutzdienst angesagt. Nachdem wir bei Esther und die andere Gruppe bei Ueli Unterordnung gebüffelt hatten, ging es ab in den Schutzdienst. Als Nonplusultra dieses Tages empfand ich den Schutzdienst, der von Ueli unmissverständlich gestaltet wurde. An zwei Pfählen befestigt, stach jedem sogleich das ferrarirote Tuch, das sogar den müdesten Riesenschnauzer zum drangvollsten Stierkämpfer werden liess, ins Auge. Nach getaner Arbeit hiess es noch die anderen Hunde bewegen und versäubern und dann war schon wieder Nachtessen angesagt. Natürlich fehlte es auch nicht an der Geselligkeit. Es wurde bei ausgiebigen Gesprächen über das Tagesgeschehen gefachsimpelt und Kontakte gepflegt. Nach einem letzten Schlummerdrunk fiel ich todmüde ins Bett. Doch der nächste Morgen stand schon wieder vor der Tür und nach einem ausgiebigen Frühstück hiess es wieder „Fährten“ und „Revieren“. Nachdem auch die Hundeführer einigermassen mit dem Handling des Revierens vertraut waren, konnten wir unsere Arbeiten voller Stolz beenden. In der Zwischenzeit beendete die Fährtengruppe ihre Tätigkeit und kehrte mehr als zufrieden von ihrer Arbeit zurück. Jeweils über die Mittagszeit wurden wir von selbstgebackenen Kuchen und sonstigen feinen gluschtigen Desserts, die von einigen fleissigen OG-Teilnehmern gebacken wurden, verköstigt. Am Nachmittag wurde unermüdlich an den Details der Unterordnung gefeilt, Stellungen perfektioniert, auf korrekte Körperhaltungen geachtet und vor allem an den vielfach zum Teil unbewussten Körperhilfen gearbeitet. Wir lehrten auch, je nach Alter und Ausbildungsstand des Hundes, unser Auge auch vermehrt auf die triebliche Veranlagung auszurichten um den Hund optimal motivieren zu können.
Fritz zeigte uns eine Konzentrationsübung vom Feinsten, dies aber erst, nachdem er angewiesen wurde, sich wie ein männliches Modell für Dessous zu repräsentieren.
- Brust raus, Bauch rein und Pobacken zusammenkneifen -.
Im Anschluss ging es in den Schutzdienst. Ich hatte an diesem Tag ein besonderes Highlight. Nachdem mein Riesenschnauzer in der ersten Interwand gestartet war, muss blitzartig eine hartnäckige Ohrverstopfung eingetreten sein, sie versuchte, ohne auch nur einmal mit der Wimper zu zucken, durchzustarten und direkt, ohne anzuhalten, zum Helfer vorzudringen. Ich musste, mit einigen Schweissperlen auf meiner Stirn, zuerst Gehorsamsübungen einbauen. Nach einer kleineren Verzögerung haben wir das bestens gemeistert, doch als ich den Hund zum Verbellen des Helfers Richtung Interwand voraus sandte, ist sie, fliegend, mit voller Wucht in die Seitenwand gedonnert, sodass sich sogar die Stangen verbogen hatten, schnappte sich dann den Ärmel und rannte schnurstracks Richtung Ententeich. Das zynische Gelächter aller Anwesenden war nicht zu überhören, als ich meinen inneren Turbo zündete, um das Versenken des Schutzärmels im Teich zu verhindern. Ich war fix und fertig nach der Übung und musste zuerst eine kleine Verschnaufpause einhalten.
Das Nachtessen schien ich mir heute dafür speziell verdient zu haben; als dann noch „lebendfrische Forellen“ auf dem Menüplan standen, waren die Strapazen des Tages kurzerhand vergessen. Einmal mehr entfaltete sich bei Speis und Trank die tolle, zusammengeschweisste Kameradschaft und bei interessanten Gesprächen über unsere Riesenschnauzer verging der Abend im Eiltempo. Bei einigen war dann doch ein Hauch von Müdigkeit zu spüren und nach dem Dessert haben sich die meisten in Richtung Schlafstätte zurückgezogen. Am dritten Tag wurde noch einmal sehr intensiv geübt. Natürlich wurde auch die Fährtenarbeit nicht vernachlässigt. Der Höhepunkt des Tages war, als Ueli mit einem Gartensetzholz kleine Futterdösli in die Erde lochte und anschliessend unsere Hunde den Gegenstand orten mussten.
Eine Teilnehmerin schaffte es sogar, bei der Ausarbeitung ihres Winkels immer wieder ganz stur und besessen nach dem Merkpunkt „gelbes Blümchen“ zu suchen, doch es war einfach nicht mehr zu finden. Es würde den weiteren Rahmen sprengen, diese vielfältigen Szenen in Worte zu fassen….
Im Tempo eines Eilzuges vergingen die Tage und an unserem letzten Übungstag hatten sich bei mir die ersten Gebrechen breit gemacht. Ich versuchte nämlich vier Nächte lang gegen einen Querbalken oberhalb meines Bettes, sprich „das Brett vor dem Kopf“ anzukämpfen. Dieser Widerstand war missglückt, ich konnte meinen rechten Oberarm partout nicht mehr bewegen.
Am letzten Tag war Wunschkonzert angesagt. Nachdem uns Esther noch auf vielfältigen Wunsch den exakten Aufbau des "Voran" erklärt hatte und einige unserer Junghunde dies in die Praxis umgesetzt hatten, war der halbe Morgen schon vorbei. Als letzte Übung wurde noch einmal intensiv Gegenstandsrevier gebüffelt. Als krönenden Abschluss erlebten wir einen äusserst sturen Riesenschnauzer, der, vor Beginn des Gegenstandreviers, um keinen Preis das Schweinsöhrli vom Vortag ausgeben wollte. Es brauchte einige Überredungskünste, diesen von etwas Besserem zu überzeugen. Leider verging der Sonntagmorgen blitzschnell und nach einer Mittagszwischenverpflegung hiess es bereits wieder Abschiednehmen. Eine geniale, kameradschaftliche und arbeitsintensive Trainingswoche ging leider schon wieder dem Ende zu. Aus der Sicht der Teilnehmer mit einem freudigen Auge, dass uns Esther und Ueli für das Jahr 2009 bereits wieder zugesagt haben und mit einem tränenden Auge, dass wir uns erst in einem Jahr wieder sehen.
Ich möchte mich im Namen aller OG-Teilnehmer herzlichst bedanken bei den beiden SUPER-Übungsleitern, Esther Keller und Ueli Sulzer und natürlich dem OG-Präsident Heiri Amhof für die Organisation und Durchführung dieses Anlasses.
Verfasserin: Jacqueline Maeder / OG-Mitglied