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Geschlechtsorgane
des Rüden
Die Spermien werden in den Hoden gebildet. Beim Rüden dauert
diese Entwicklung etwa zwei Monate. Anschliessend müssen die
Spermien in einem jeweils neben den beiden Hoden gelegenen Organ,
dem Nebenhoden, reifen. Hierbei handelt es sich um einen engen,
geschlängelten Schlauch, der insgesamt eine Länge von etwa drei
Metern ausweist. Erst durch diese Reifung im Nebenhoden werden die
Spermien beweglich und fruchtbar. Hoden und Nebenhoden liegen in
einer Ausstülpung der Haut, dem Hodensack. Beim Samenerguss werden
die aus dem Nebenhoden kommenden Spermien mit dem als Transport- und
Nährflüssigkeit dienenden Prostatasekret vermischt. Hier wird leicht
verständlich, dass jegliche Erkrankung oder Störung im Bereich der
Prostata erhebliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit eines Rüden
haben kann.
Der Penis ist das Paarungsorgan des Rüden. Er besitzt einen als
zusätzliche Versteifung dienenden Penisknochen, der infolge von
Verletzungen oder bei einem sehr heftigen Deckakt brechen kann. Ein
Penisknochenbruch ist der klassische Unfall bei Rüden, die während
des Hängens gewaltsam von der Hündin getrennt werden. An der
Penisbasis befinden sich Schwellkörper, die bei einer Erektion stark
anschwellen und eine reflektorische Kontraktion in der Vagina der
Hündin auslösen, die dafür sorgt, dass der Penis für eine gewisse
Zeit fest in der Scheide verankert ist. ("Hängen") |
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Geschlechtsreife
und Zeugungsfähigkeit: Nicht verwechseln!
Die Geschlechtsreife fällt nicht mit der Zeugungsfähigkeit
zusammen. Bei jungen Rüden ist die Samenflüssigkeit noch arm an
Spermien, diese sind oft wenig beweglich und fruchtbar. Bis zu einem
Sperma von guter Qualität dauert es mehrere Monate. Deshalb ist es
sinnlos, einen Rüden vor 6 bis 12 Monaten zur Zucht einzusetzen.
Rüden der Riesenrassen sind oft erst im Alter von 15 bis 24 Monaten
vollständig fruchtbar.
Spermauntersuchung: Nicht zu früh!
Aufgrund dieser schlechten Spermaqualität bei jungen Rüden ist
es auch sinnlos, bereits das Sperma zu untersuchen. Die
Informationen über eine spätere Fruchtbarkeit sind noch nicht
zuverlässig. Die Behauptung, dass die Samengewinnung durch manuelle
Stimulation bei einem jungen Rüden dazu führen kann, dass er später
nicht natürlich decken kann, wird von keiner einzigen Studie
bestätigt.
Der Hodenabstieg
Beim Fötus liegen die Hoden innerhalb der Bauchhöhle unmittelbar
hinter den Nieren. Im Verlauf der Trächtigkeit steigen sie unter dem
Einfluss männlicher Hormone ab und erreichen schliesslich kurze Zeit
nach der Geburt die Leistengegend. Bei den meisten Welpen sind die
Hoden zwischen dem 10. und 40. Tag nach der Geburt in den Hodensack
hinein abgestiegen. Ein sicheres manuelles Ertasten ist jedoch sehr
schwierig, da die Hoden zu diesem Zeitpunkt sehr klein und weich
sind. Im Alter von 8 Wochen sollte der Tierarzt abtasten, ob sich
beiden Hoden im Hodensack befinden. Zwischen 2 und 6 Monaten können
die Hoden bei Kälte, Stress oder Angst, selbst wenn sie zuvor in den
Hodensack abgestiegen waren, durch den Zug des Kremastermuskels
vorübergehend wieder in die Leistengegend aufsteigen.
Kryptorchismus
Normalerweise ist der Hodenabstieg 10-14 Tage nach der Geburt
abgeschlossen. Wenn einer oder beide Hoden bei einem Welpen im Alter
von 8 Wochen nicht im Hodensack tastbar sind, spricht man von Kryptorchismus oder nicht abgestiegenen Hoden. In Ausnahmefällen
können Hoden aber auch noch später absteigen. Nicht abgestiegene
Hoden können sich auf unterschiedlicher Höhe in der Bauchhöhle
befinden oder aber in der Leistengegend festsitzen. Dort sind sie
oftmals durch die Haut tastbar, können aber nicht weiter in den
Hodensack absteigen. Einseitiger Kryptorchismus, also der
Nichtabstieg eines der beiden Hoden (vorwiegend des rechten), kommt
wesentlich häufiger vor als beidseitiger Kryptorchismus. Da es sich
hierbei wahrscheinlich um eine genetische Erkrankung handelt, wird
davon abgeraten, betroffene Rüden zur Zucht einzusetzen. Bei
Rassehunden führt ein nicht abgestiegener Hoden zu einem
Zuchtverbot. Kryptorchismus kann schwerwiegende Folgen für die
Gesundheit des Rüden haben. So hat man festgestellt, dass ein nicht
abgestiegener Hoden beim erwachsenen Hund (durchschnittlich in einem
Alter von 5-6 Jahren) mit einer etwa zehnfach höheren
Wahrscheinlichkeit tumorös entartet als ein rechtzeitig in den
Hodensack abgestiegener Hoden. Ein nicht abgestiegener Hoden sollte
deshalb beim jungen ausgewachsenen Rüden operativ entfernt werden.
Ab welchem Alter ist davon auszugehen, dass ein Hoden nicht mehr
absteigen wird? Der Leistenring, (Öffnung zwischen Bauchhöhle und
Hodensack), schliesst sich im Alter von etwa 6 Monaten. Aufgrund der
Grössenzunahme der Hoden ist ein Abstieg ab diesem Alter nicht mehr
möglich. Bei einigen grossen Hunden kann es sehr selten vorkommen,
dass die Hoden aufgrund eines verzögerten Leistenringschlusses auch
später noch in den Hodensack absteigen. Zur Unterstützung des
Hodenabstiegs werden einige Behandlungsmethoden auf der Grundlage von
Hormonen wie hCG vorgeschlagen, ihre Wirksamkeit ist umstritten. |